V.A. – Fight Songs For F*ck-Ups

(CD, People Like You)

So, ich hab’s nicht ganz kapiert, ob jetzt ganz viele alte Veröffentlichungen von People Like You neu aufgelegt wurden und dem potentiellen Käufer vorgeworfen werden oder ob nur dieser Sampler Songs von alten Issues des Labels beinhaltet und zum Nice Price verhökert wird. Keine Ahnung, bin aber auch zu faul das jetzt genauer zu recherchieren. Vertreten sind ein großer Teil der PLY-Bands. Wer ein paar Namen braucht: Mad Sin, Peacocks, Deadline, Peter Pan Speedrock, Meteors, Kings Of Nuthin’, Batmobile, Broilers, Adicts oder Toxpack. Um nur einige zu nennen. Wer die genaue Liste braucht, schaut im Internet nach und entscheidet dann, ob die 27 Songs in 77 Minuten seine Tasse Tee sind. Mir geht vor allem die Vielzahl an Dicke-Eier-Evil-Devil-Eightballs-Bands auf den Sack. War früher mal ganz nett, wirft heute aber keinen Sack Reis mehr um. Wohltuend sind dagegen erstaunlicherweise die Songs der vertretenen Psychobilly-Bands und anderem Gesockse, da sie das Ganze ein bisschen auflockern. Kein Wunder, dass ich hier Bands wie die Peacocks, Kings Of Nuthin’, Meteors, Demented Are Go oder Batmobile lobend hervorheben muss. Sie machen die CD zumindest mal ein bisschen spannend. Ansonsten zu viele „Ahhs“ und „Ohhs“. Trotzdem wird die CD bestimmt ganz viele Käufer finden, denn bei aller Kritik, es handelt sich hier noch immer um „Value For Money“. Für schlappe 7 Euronen kann man eigentlich nicht motzen. Reinhören. Es gibt im Netz genügend Möglichkeiten dazu.   Obnoxious

V.A. – I Hate People – Most People Are Dead

(CD, I Hate People)

Mittlerweile ist es keine Neuigkeit mehr, dass IHP-Records das neue Label von Andre, dem Mitbegründer von People Like You, ist. Der vorliegende Sampler ist die erste Veröffentlichung, die zeigen soll worauf Andre Lust hat und in welche Richtung er mit IHP gehen wird. An sich in jene, auf die PLY von Beginn an hinsteuerte: Punk in jeglicher Spielart, aber auf jeden Fall mit ganz viel Roll. So versammeln sich hier folgende Bands: Mr. Irish Bastard, The Triggers, P. Paul Fenech, Angel City Outcasts, Crashed Out, Texas Terri Bomb, Coffin Nails, V8 Wankers und zig andere Kumpels an Bands, die Andre so über die Jahre hinweg kennenlernte. Insgesamt kommt der Sampler so auf 26 Songs.  Bocky

V.A. – Knock Out In The 9th Round

(DoCD, Knock Out)

Die Samplerreihe sollte bekannt sein. Wie bei Labelsamplern üblich, werden Songs der letzten Veröffentlichungen vorgestellt. Da das in den letzten Jahren bei Knock Out nicht allzu viele waren, geht der Sampler so einige Zeit zurück, was aber nichts Schlechtes bedeutet, sondern auch irgendwie von der Qualität des Labels zeugt. U.a. vertreten sind: Loikaemie, Bonecrusher, Cobra, Hard Skin, Stage Bottles, Freiboiter und einige andere Streetpunk-Bands, die musikalisch einiges drauf haben. Auf dem zweiten Silberling vereinen sich neun Songs von Bands, mit denen das Label gerne zusammen gearbeitet hätte, es aber bisher nicht geklappt hat. Das sind: I9, Shark Soup, JJ Speedball und die Cowslingers.   Bocky

VENEREA – Lean Back In Anger

(CD, Concrete Jungle)

Venerea sind nach einigen Jahren zurück. Das lässt mich aber relativ kalt. Ja, gut, die Schweden hatten ein paar ganz nette HC-Punk-Platten am Start, aber so der Burner waren sie für mich nie. Dazu waren sie zu schablonenhaft. Und nett ist auch irgendwie… scheiße. Jetzt im Fall von Venerea mal übertrieben gesagt. Aber Venerea waren immer absehbar. Typisch Schweden halt. Millencolin und der ganze andere Scheiß. Mir zu eindimensional. Aber einen Schuss Eigenständigkeit haben sie ja wenigstens. Nach einer Ruhephase treten Venerea jetzt erneut an den Start. Aber mich haut’s trotzdem nicht vom Hocker. Das ist mir trotz aller Tätowierungen zu aufgesetzt. Schweden-Poser halt. 80er-Jahre HC-Punk, den man schon seit zig Jahren an sämtlichen Straßenecken trifft und der jedem, den es nicht interessiert seinen Bettelbeutel unter die Fresse hält. 1000 mal berührt, 1000 mal ist nichts passiert. Meine Güte, ich kann da auf ein Konzert gehen, mir 18 Bier in den Kopf schütten, es so richtig geil finden und am nächsten Tag wieder vergessen haben. Was nicht unbedingt am Bier liegen muss. Venerea gehen mir so unglaublich weit am Arsch vorbei – das ist schon beinahe strafbar. Ich kann hier keine Hits entdecken, die mich mehr als zwei CD-Längen fesseln könnten. Eine CD-Länge: 16 Songs in 30 Minuten. Die Halbwertszeit dieser CD liegt also bei einer Stunde. Zumindest bei mir.   Obnoxious

Walter Elf – Männer in Rot

(CD, Rookie)

Bevor Lee Hollis nach Lautern kam und die Spermbirds gegründet wurden, vergnügten sich einige Lautrer Punk-Kids als Die Walter Elf die Zeit. 1991 warfen diese fantastischen Fun-Punker damals das Handtuch und nahmen keine neuen Songs mehr auf. Über 10 Jahre später juckte es die Herrn wieder im Arsch und es gab über die Jahre verteilt bis heute 5-6 Shows. Na und jetzt stieg der 1. FCK wieder in die Bundesliga auf und es wurde nach 19 Jahren wieder Zeit für neue Songs. Insgesamt sind es auch nur drei Stück und alle sind ausschließlich der Fußball-Mannschaft von Kaiserslautern gewidmet. Für mich als Exil-Pfälzer, der die Welt missioniert und die Meisterschaft 1991 am letzen Spieltag in Köln mitfeierte, natürlich drei astreine Hymnen. Für alle Nicht-Lautern-Fans, allen voran für die Luschen des SV Waldhof Mannheim, natürlich nix. Übrigens gehen 50% des Erlöses der CD an eine Krebshilfe.   Bocky

Wortmord – Wortgeburt

(CD, Sunnybastards Records)

Schreiende Gitarren, harte Riffs, Soli, die den Fingerkuppen das letzte bisschen Blut entleeren. Musikalisch ein Ausflug in die Mitte/Ende 80er und auch gesanglich dort einzuordnen, wird das ganze Album bis auf den Bonustrack „Bloody Corpse“ (der ein Sodom-Cover ist) auf Deutsch gehalten.

Wen wundert’s, dass hier der ehemalige Sodom-Gitarrist Peppi seine Finger im Spiel hat (Anm. Anke: Was für ein Wortspiel!). Musik, die von Anfang an begeistert. Schwere Äxte, blutige Schwerter, Rasierklingen zwischen den Lippen. Hätte ich meine Jeanskutte und das Haupthaar von damals noch, würde ich wild durch die Bude toben. Für mich das Album des Jahres, weil einfach die Einflüsse Metal, Punk und Hardcore zu einer geballten Ladung „Fuck You“ verbunden wurden, was den Jungs so schnell keiner nachmacht. Pflicht!   Kay

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