Aktuelles Review aus Proud To Be Punk #17

Auch Jan vom politischen Anarchopunk-Zine Proud To Be Punk hat uns eine aktuelle Besprechung gewidmet. Auch hier würden wir uns über euer Feedback freuen:

Nachdem das Punkrock! vom A5- zum A4-Fanzine mutiert ist, wird mit dieser Ausgabe optisch noch einmal ordentlich auf die Kacke gehauen, indem nun das komplette Heft durchweg vollfarbig daherkommt. Das hat natürlich den Vorteil, dass viele der Livebilder noch besser zur Geltung kommen. Darüber hinaus lässt sich gegenüber dem Layout der vorherigen Ausgabe auch eine deutliche Steigerung feststellen, so dass es einerseits wirklich Spaß macht, in dieser Ausgabe zu blättern zu schmökern. Andererseits geht bei derartigen Schritten für mich leider immer etwas der DIY-Charme verloren und es müffelt mehr und mehr nach Musikmagazin als nach Fanzine – der Anteil an Werbeanzeige ist für meinen Geschmack jedenfalls wieder enorm hoch! Aus inhaltlicher Sicht hat mir diese Nummer jedenfalls sehr gut gefallen, was vielleicht daran liegen mag, dass mit Anti-Flag, The Detectors und Toxoplasma Bands interviewt wurden, die ich sehr gern höre – doch nicht nur die Bandauswahl, sondern auch die meist in die Tiefe gehenden Fragestellungen mitsamt ihren informativen Antworten sind hier positiv hervorzuheben. Ebenso interessant sind auch die Gespräche mit Man Lifting Banner, Artificial Eyes oder der Hardcore Help Foundation – einer Initiative, die Merchandise-Spenden sammelt, sie über einen Onlineshop vertickt und mit dem Gewinn soziale Projekte in Asien, Afrika und Lateinamerika initiiert. Des Weiteren fällt das Interview mit Jogges von Empowerment aus Stuttgart durch dessen obercoole Checker-Wortwahl eher unfreiwillig komisch aus, höhö… Nun ja, und Slime katapultieren sich mit ihren Aussagen nicht ganz so derb ins Ausseits, wie es beim Interview mit dem Plastic Bomb der Fall war. Dennoch stinkt mir der ganze Trubel um die Slime-Reunion immer wieder zu sehr nach Selbstbeweihräucherung, obwohl ich natürlich auch gespannt bin, was mich mit deren neuem Album erwarten wird. Spannend war bei all der Interviewflut zudem der Artikel über die Entwicklung und Verbreitung von Drogen durch die NationalsozialistInnen – zweifelsohne eine Thematik, mit der sich bislang noch nie in einem Fanzine beschäftigt wurde und mit der zumindest ansatzweise meinem Wunsch nach politischen bzw. historischen Artikeln im Punkrock! Rechnung getragen wurde. Unterhaltsame Kolumnen, weitere Interviews mit Pestpocken oder Bent Cross, die Fortführung des nicht unbedingt meinen Humor treffenden Ratespiels „Was bin ich?“, bei dem die Punkrock!-Redaktion den Beruf eines Lesers erraten muss, und natürlich etliche Reviews verpassen dieser Nummer, die ich wirklich gern gelesen habe, schließlich den letzten Feinschliff.
Jan Sobe

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