What’s Up With The Trust?
Die Kollgen vom Trust-Fanzine sind ja alles andere als untätig. Lest hier was Euch in der aktuellen Ausgabe erwartet.
What’s Up With The Trust?
Die Kollgen vom Trust-Fanzine sind ja alles andere als untätig. Lest hier was Euch in der aktuellen Ausgabe erwartet.
(A4, 52 Seiten, 3 € + Porto, commi-bastard@gmx.de)
Das Jubiläum des Berliner Fanzines mit der 10. Ausgabe wird mit einer schicken Vinyl-Single als Beilage gefeiert (Anm. Obnoxious: Und wer oder was ist da drauf?). Vollgepackt mit Interviews wie z.B. der russischen Hardcore-Band What We Feel, das ich persönlich super fand, ist das Heft durchaus lesenswert. Eine umfassende Song-Story über die Geschichte eines jüdischen Partisanenliedes zeigt, wie viel Mühe man sich hier macht. Ein Berliner Redskin-Fanzine, das seinesgleichen sucht und trotz alledem mit einem kritischen Auge verzehrt werden sollte (Anm. Obnoxious: Und warum?). Im Großen und Ganzen ein durchaus gelungenes Heft. Kay
(A5, 60 Seiten, 1 € + Porto, streetsofhh@yahoo.de)
Die sympathischen Hamburger haben es inzwischen zu ihrer 10. Ausgabe geschafft, und das muss natürlich gefeiert werden. Die St. Pauli-Skinheads zelebrieren in ihrem Heft wieder ausgiebig den König Fußball und auch sonst müssen sie sich vor nichts und niemandem verstecken. Eine Menge Konzert- und Festival-Berichte und auch zum Thema Grauzone kotzt man sich aus. Eine Hand voll Reviews und einen Bericht über die „Dresden Nazifrei“-Demo runden das Ganze ab. Eine schöne Sache, die sich von Ausgabe zu Ausgabe immer mehr steigert. Cheers Kay
(A5, 44 Seiten, max. 2 Euro + Porto, A. Gehrau, Brückenstraße 1, 27299 Langwedel)
Alex, oder einigen vielleicht besser als Latex bekannt, und Ballo haben ihr Fanzine nach einem Song von Blut & Eisen benannt, der auf der legendären Platte „Schrei Doch“ erschienen ist. Aber auch darüber hinaus kann man sagen, dass sich das Heft sehr an frühen Zeiten orientiert. Denn im Gegensatz zu den meisten aktuellen Fanzines ist das „Ketten und Ketchup“ nicht am PC erstellt worden, sondern richtig old school geschnippelt. Das heißt die Texte sind ausgedruckt, von einer Schere in Blöcke gebracht worden und dann mittels eines Pritt-Stifts auf ausgedruckte Hintergrundsbilder aufgeklebt worden. Ehrlich gesagt: Zeiten, an die ich mich gerne erinnere, aber keinesfalls wieder regelmäßig auferstehen lassen wollte! Die Debüt-Nummer bietet vier Sprachrunden: Oi Polloi erzählen mal wieder von ihren Problemen mit den Antideutschen und offenbaren einmal mehr deren Lernresistenz, Vladimir Harkonnen scheinen vor drei Jahren befragt worden zu sein(?), die Lobusch in Hamburg wird quasi vorgestellt und das Antigen-Trio gibt zu Protokoll, dass sie keine Probleme hätten, auf dem Force Attack zu spielen. Letztere Aussage dürfte den beiden Machern nicht so ganz gepasst haben, schließlich ist Ballo einer der Hauptverantwortlichen des Break The Silence-Festival gewesen. Na und dieses Festival wurde ja zum Teil ganz klar als Gegenpol zum mittlerweile leider verkommenden Force Attack gegründet. Ansonsten ist man mit dieser ersten Nummer ziemlich schnell durch, weil mit dem Zine das Rad nicht neu erfunden wurde, sprich die Zutaten sind die gleichen: Artikel, Reviews, Kommentare, Kochrezepte, feddich! Sollte das negativ klingen, dann ist das so nicht gemeint, stattdessen bin ich eher auf die #2 gespannt, da ich bspw. Latex’ Gedanken zu Trash ziemlich erheiternd finde und Bolt Throwers „Warmaster“-Cover als Layout-Hintergrund einfach großartig finde. Bocky
(A4 + CD, 124 Seiten, 4,90 Euro, An vielen Bahnhöfen)
Joachim schildert das Problem dieser Ausgabe gleich sehr richtig in seinem Editorial: „So viel Musik, so wenig Platz.“ Da ich keine anderen Musikmagazine wie Metal Hammer, Rock Hard, Spex, Musik Express und wie sie alle heißen lese, behaupte ich jetzt einfach mal, dass keiner so viel Inhalt hat wie das Ox. Für mich wirklich viel zu irre auch noch mit über 40 Interviews und über 500 Reviews zu werben. Nicht falsch verstehen, ich meine das nicht mal negativ, aber ist die Fülle, die im Ox geboten wird nicht erschlagend? Ich meine, auch wenn mich bloß 10 Interviews interessieren, dann gibt es immer noch die guten Sachen von Tom („Aus dem Tagebuch eines Gewinners“), von Klaus („Peter Pank“), die vielen Kolumnen oder die massig anderen Infos. Und das alle zwei Monate! Diese Ausgabe war mal wieder sehr Punkrock-lastig und ich bin gespannt, wann ich durch bin. Bocky
(A4 + CD, 80 Seiten, 3,50 Euro + Porto, www.plastic-bomb.de)
Dem Plastic Bomb merkt man ganz klar an, dass es sich in einer Umstrukturierungsphase befindet. Nicht nur, dass Swen Bock endgültig die Flinte ins Korn geworfen hat, auch sonst stehen einige Veränderungen ins Haus. Damit wird aber auch nicht hinter dem Berg gehalten. Schon in den Vorworten ist an den ehrlichen Worten vor allem von Micha und Ronja deutlich abzulesen, dass sich das Plastic Bomb erstmal neu orientieren muss. Ich finde es geil, dass hier keine Geheimniskrämerei betrieben wird, sondern ganz offen Klartext gesprochen wird. Vor allem Michas Vorwort ist fast schon den Kauf des Hesftes wert, v.a. dann, wenn man auch noch in Zukunft das Plastic Bomb verstehen will. Aber auch Ronjas offene Worte sind absolut lesenswert. Im redaktionellen Teil muss ich diesmal aber lange warten, bis mich was so richtig interessiert. Denn das Leatherface-Interview hinkt (Können oder wollen die die Fragen nicht verstehen?), Die Schwarzen Schafe in Polen (? – naja), mit The Capaces aus Spanien und Eye For An Eye aus Polen kann ich nicht wirklich was anfangen, Night Fever hatten wir selbst schon im Heft, Texas Terry Bomb scheint es ganz schön nötig zu haben und pendelt zwischen Selbstbeweihräucherung und Selbstmitleid. Zwei Charakterzüge, die ich nicht sehr anziehend finde. Aber wenigstens gibt die Dame ausführliche und ehrliche Antworten, das muss man ihr dann auch schon mal zu Gute halten. Ob man hier noch ein bisschen tiefer hätte bohren können, ist eine Frage, aber will man das? So ganz gefestigt scheint sie ja nicht zu sein und wer weiß, was nach einem Interview alles passieren kann… Oiro und das Christenbashing interessieren mich nicht, Ska-Ecke dito. Ahh, Lights Out, ohh, hatten wir ja auch schon. Aber dafür nicht in so epischer Breite. Helges Info-Quellen zum NS 33-45 hab ich zugegebenermaßen nicht gelesen, werde ich aber auf jeden Fall noch nachholen. Helge präsentiert hier Möglichkeit, bei denen man sich über die Arschlöcher von damals schlau machen kann. Zwar ein trockenes Thema, aber hey, lieber ein trockenes Thema als ein trockener Alkoholiker. Und ein sehr, sehr wichtiges Thema. So und dann ganz zum Schluss kommen „meine“ Artikel: Interview mit The Freeze-Sänger Cliff Hanger (siehe auch Trust #143), der Typ ist echt ein Phänomen. Herpes. Und Michas Live Kicks – allein schon weil ich seine Plätze 1 bis 3 der besten Live-Alben auch so in meinen Charts habe. Und Her-Story mit der Fotografin Lucja Romanowska rundet die Sache für mich ab. Im Endeffekt: Ein kurzweiliger Zeitvertreib, meistens im U-, manchmal im E-Bereich. Gute Mischung, letztendlich auch bei der Band-Auswahl. Vorwärts und nicht vergessen! Obnoxious