(A4, 48 Seiten, 1,50 Euro + Porto, www.punkid.info / punxnotdead-zine@web.de)
Wenn ich mich richtig entsinne habe ich vor etwa anderthalb Jahren die Debüt-Ausgabe des PND im Punkrock!-Zine besprochen. Trotz inhaltlicher Mängel fand ich es damals so richtig geil, dass ein junger Bengel wie Motte es auf die Reihe kriegt im Alleingang ein Fanzine auf die Reihe zu bekommen. Noch mehr freut es mich, dass Motte inzwischen mit seiner Ausgabe 4 immer noch am Start ist. Cool Shit. Inzwischen ist das Heft um satte 38 Seiten gewachsen und sich trotzdem treu geblieben – gutes altes Schnipsel-Layout. Auch inhaltlich und stilistisch hat sich einiges getan. Kein Wunder, denn Motte ist seit dem 16. Dezember ja auch schon 15 Jahre alt – da kann man einiges erwarten! Dass Motte nicht blöd ist, merkt man auf den ersten Blick. Er beherrscht die deutsche Rechtschreibung, kann gerade Sätze bilden und hat ziemlich vernünftige Ansichten. Dass er auf eine Waldorfschule geht, sehr wahrscheinlich seinen Namen tanzen kann und das auch noch gut findet, sei ihm mal an dieser Stelle verziehen. Aber das wird schon noch. Steiner war ein Arschloch! Im jugendlichen Leichtsinn vergisst man das manchmal. Aber egal, Motte steht auf jeden Fall ganz weit auf der richtigen Seite. weiterlesen →
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(7´´, Shit! Attack Records)
Grrr, das Bühnendebüt der beiden Tübinger habe ich aufgrund herannahender Demenz verpasst und somit auch die Knutschorgie mir Dieter von Teese anbot. Kacke, nicht mal einen der von Teeses bekomm‘ ich gebacken, selbst wenn ich aggressiv dazu aufgefordert werde! Fast genauso großartig wie diese Knutschorgie sind die sieben kurzen und kurzweiligen Songs, bei denen ich immer vorm Spiegel stehe und übe Knutschflecke auf meinen Arm zu zaubern. Denn genauso jugendlich und unverdorben sind diese Lieder mit tollen Titeln wie „Zerfickt die Ozonschicht“ oder „Paffen wie Pennäler“. Richtig geraten, BB aus Tübingen kloppen 1A in die gleiche Kerbe wie Napoleon Dynamite, sind aber um einiges aufgeregter. Schon jetzt ein Trash-Klassiker. Mach hin, das Teil ist auf 300 Einheiten limitiert. Bocky
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(CD, TNS Records)
Die Voodoo Glow Skulls könnten einem einfallen, wenn man dieses kleine Album mit nur fünf Songs von Beat The Red Light hört. Bei mir ist es zumindest so. Wobei ich sagen muss, dass mir die Voodoo Glow Skulls wesentlich besser reinlaufen, denn der Ska-Core, den die Engländer hier bieten, kann mich nicht wirklich hinter dem Ofen hervor locken. Sie selbst, oder zumindest das Label, bezeichnen die Mucke als Mischung von Slayer und Slackers, wobei ich Slayer hier nicht ganz nachvollziehen kann. Dazu fehlt mir der nötige Wumms. Schnelle Ska-Parts wechseln sich mit langsamen Ska-Parts ab und beide langweilen mich auf die Dauer. Fünf lange Songs, alle so um die fünf Minuten, plus einem Hidden Track Ska-Massaker, in einer knappen halben Stunde braucht eigentlich kein Mensch. Obnoxious
www.myspace.com/beattheredlight
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(7“, Red Giants Records)
Alter, astreiner Oldschool NY Hardcore direkt aus Stuttgart asozial! Wie n’ schweres Weltriegs-Moped blubbern Empowerment los, um dann mit fetten, sägenden Gitarren alles um zu ballern. Die Leute von Empowerment haben alle ihr festes Fundament im Hardcore, sind schon länger als gestern dabei und spielen einfach die Musik die sie wahrscheinlich Anfang der 90er Jahre am Hardcore begeistert hat. Was heute so sauer aufstößt an Bands die einen relativ heavyen Sound spielen, ist oft grenzdebiles Bollo-Verhalten und unklare politische Äußerungen. Empowerment spielen hier eindeutig in einer eigenen Liga und machen keinen Hehl daraus, dass Bonehead-Pfosten direkt was auf’s Maul bekommen, wenn sie nur irgendwo den Weg der Stuttgarter kreuzen. Das versteht dann auch der letzte Provinz-Fascho weil Empowerment nämlich auf Deutsch singen und das macht einen verdammten Unterschied und lässt mich den Bogen zu Rawside spannen, von denen und von True Blue, Sidekick und Team Killer sind ebenfalls Leute an Bord. Das Demo der Band ist inzwischen ausverkauft und die Picture-Single hier, mit den wieder aufgelegten Songs vom Demo ist auch kein Schnäppchen, aber wohl die schickste Platte die ich mir in letzter Zeit gekauft habe. Die farbige, natürlich auch limitierte, Picture mit abgesägtem Pferdekopf/gezeichnetem Bandprofil kommt im Pizzakarton mit Badge und Button und dem Text-Sheet auf zusammengehefteten Quittungen. Aussagekräftig und musikalisch eine absolute Wucht, Empowerment! Dennisdegenerate
http://deutschpunk.blogspot.com
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(Hörspiel, Der Hörverlag, 6 CDs, 291 Minuten, 29,95)
„Keine Panik!“ steht in leuchtender Schrift auf dem wichtigsten Buch des Universums, dem Handbuch „Per Anhalter durch die Galaxis“. Warum auch? Warum um alles in der Welt sollte man Panik schieben, wenn man morgens aufwacht und bemerkt, dass sein Haus abgerissen werden soll. Ist doch weiter nicht schlimm. Schlimmer wäre es wenn der Heimatplanet plötzlich, mir nichts dir nichts, unangemeldet einer intergalaktischen Umgehungsstraße Platz machen sollte. Arthur Dent ist vor beide Probleme gestellt. Das ist doof und überraschend … und irgendwie schiebt er Panik. Und das obwohl sein bester Freund sich als Außerirdischer entpuppt, der ihn vor dem garantierten Untergang retten will. Und das auch macht. Klingt jetzt erstmal nicht so lustig. Aber seit ungefähr dreißig Jahren bin ich absoluter Fan von Arthur Dent und seinen haarsträubenden Abenteuern im Universum. weiterlesen →
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(Taschenbuch, Ubooks, 199 Seiten, 13,90 Euro)
Ein Buch mit Fußnoten ist immer mit Vorsicht zu genießen. Fußnoten verbreiten immer so den verachtenswerten Charme einer wissenschaftlichen Arbeit. Und die sind meistens scheiße. Vor allem solche, die sich mit einem etwas abseitigen Thema beschäftigen. Nicht dass ich Alana Abendroths Buch jetzt unterstellen möchte, es wäre ihre Diplomarbeit in Vergleichender Ethnologie, aber vielleicht ist sie es ja doch. Und wenn ich sowas im Untertitel lese wie „Tattoos“, „Piercings“ und vor allem „Sacrifications“, dann will ich Blut spritzen sehen, live und in Nahaufnahmen, und zwar bis zum Abwinken! Das alles bietet aber „Body Modification“ nicht. Schade, denn das ist so gar nicht die Art von Büchern vom Ubooks Verlag. Aber immerhin gibt das Buch Einblicke in die Entstehungsgeschichte und Entwicklung der unterschiedlichsten Arten des Körperschmucks. Und zwar von Grund auf. Wer also etwas darüber erfahren möchte, welcher Seemann wann wo zum ersten Mal tätowiert wurde, welche Schickse ihr erstes Nabelpeircing gesetzt bekam und welche kulturellen Hintergründe darin verborgen liegen, der kann hier einiges erfahren. Statistiken, Abdrucke überlieferter Verbotsvorschriften und Quellenangaben inclusive. weiterlesen →
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(A5, 78 Seiten, Jan Sobe, Stockartstraße 15HH, 04277 Leipzig)
Das PTBP-Fanzine ist quasi ein alter Bekannter, habe ich doch schon so einige dieser Heftchen gelesen. Das ist aber alles schon eine Weile her und somit ist die Nummer 13 die erste Ausgabe seit der 10, die ich in meinen Händen halte. Eigentlich hat sich nicht viel geändert, das PTBP ist immer noch schwarzweiß, immer noch in A5 und hat immer noch so Anarchopunk-Lagerfeuerromantik-Cover. Inhaltlich gibt es wieder einen Mix aus Musik, Interviews von Bands und Einzelpersonen und Politik, bzw „Szene“-Artikel. Beim Namen genannt wären das das ROMP-Fanzine, Gentrification, „Punks not Red“ und ähnliches, Kunti (welcher ein Ostpunkradio macht) die „Roten BergsteigerInnen“, eine History zur Band The Annoyed usw. Die mir in den früheren Ausgaben immer negativ aufgefallenen ellenlangen Konzertberichte fehlen zum Glück. Alles in allem ein sympathisches Heft, jedoch vermisse ich ein wenig den Humor oder Selbstironie, stellenweise lesen sich die Artikel etwas trocken. Besonders gut gefallen hat mir der Artikel, in dem Bekannte von Jan etwas zum Thema „Political Correctness“ sagen und sich kritisch mit dem Begriff und der Thematik auseinandersetzen. Auch wenn das Potenzial der Thematik in den wenigen Seiten noch nicht ausgereizt ist, regt der Artikel gut zum Reflektieren an. Chris
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(CD, PLY)
Geliebt, gehasst, differenziert geliebt. So könnte ich in Kürze meine drei Beziehungs-Stadien benennen, die ich zu Deadline habe. Im Gegensatz dazu ist meine Meinung zu ihrem neuen Album wesentlich deutlicher auf den Punkt zu bringen, da es mir musikalisch wieder uneingeschränkt gut gefällt. Die Stimme von Sängerin Liz fasziniert mich schon seit die Band vor rund 10 Jahren gestartet ist und daran hat sich nichts geändert. In der Tat zuckersüß schafft sie es in jedem Song ihre Zuhörerschaft um den Finger zu wickeln oder wenn nötig, mal ordentlich aufzustampfen. Auch die Lyrics des Titelsongs gefallen mir recht gut, da es darum geht eine gute Zeit zu haben und in Verbindung mit dem Cover einen Scheiß auf den Staat gegeben wird. Trotzdem will es mir nicht in den Kopf, wieso man bei solchen Deppen wie KrawaIIbrüdern auf nem Festival spielt. Ein wunderbares Album, einer mich leider immer noch überraschenden Band. Bocky
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(A4 + CD, 80 Seiten, 3,50 Euro, an vielen Bahnhöfen)
Das Überraschendste der Ausgabe ist wohl der sang- und klanglose Abgang von Swen Bock, einem der beiden Begründer dieser Fanzine-Institution. Etwas befremdlich finde ich ein paar Aussagen von Abgefuckt-Liebt-Dich-Macher Jan Rakete, die darlegen, dass er wohl nie sonderlich tief in dem ganzen Punkfilm drin war. Ober das als Chef des größten deutschsprachigen Punkportals gewesen sein muss, ist mir grad mal egal. Stattdessen beschäftigte ich mit Telemark, die etwas bescheuert daher kommen und der halbe Tourbericht über Oi Polloi roppt auch nur bedingt. Dave Dictor hingegen erweist sich als äußerst interessanter Gesprächspartner gegenüber Helge, der zu meinem Lieblingsbomber wurde. Irgendwie war ich dann auch schon fast durch. Klar, die Story über die Pestpocken wurde noch gelesen und auch die Rubrik „Anders Leben“ gecheckt. In letzterer fand ich vor allem den Teilartikel über schwule Pornos gut beleuchtet und auch die Aussagen von Seein‘ Reds Jos. Klar is die Bombe ein gutes und wichtiges Heft, aber in letzter Zeit geht sie mir nicht mehr so gut ab. Mich beschleicht das Gefühl es könnte an der, zumindest mir so vorkommenden, lieblosen Aufmachung liegen. Bocky
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